Bled White  'Seven Broken Seals'

Freitag, 8. Jun. 2018  20 Uhr  Scenario Halle

Bled White 'Seven Broken Seals'

Local Support Luis Ake

Bled White ist mehr als ein Projekt: Es ist der Raum, in dem Christian Kuehn sich selbst begegnet. Mit seinem Albumdebüt lädt uns der Musiker dorthin ein: »Seven Broken Seals« folgt auf die EP-Trilogie »Audrey, Romy, Greta«, erscheint am 11. Mai 2018 und ist das Ergebnis zweier intensiver Jahre, in denen Kuehn sich musikalisch alles erlaubt hat – und den Mut aufbrachte, Routinen zu hinterfragen und Grenzen einzureißen.

Sein erstes Album hat der Songwriter, Multiinstrumentalist und Produzent vollkommen in Eigenregie aufgenommen. Dafür ließ der umtriebige Musiker, der einst mit seinen Heimatfreunden Drangsal, Sizarr und Search Yiu ein Künstlerkollektiv bildete, alle Kollaborationen ruhen. In der selbstverordneten Zurückgezogenheit im Schein der Industriebaulichter Marzahns schöpfte er ungeahnte Inspiration: Dort hat er sich sein eigenes künstlerisches Habitat geschaffen – einen Ort, an dem es kein Richtig und kein Falsch gibt, sondern nur die richtige Zeit, wie er sagt. Und eine Keimzelle, in dem aus der eigenen Verlorenheit Woche für Woche Großes erwachsen konnte.

Auf »Seven Broken Seals«, das die Kompromisslosigkeit schon im Namen trägt, erzählt Bled White eine cineastische Popgeschichte von Zerfall und Niedergang. Es ist eine zugleich intime und surreale Erzählung über sein Krisenjahr 2016, über die Person, die er damals war, und über die, die er schließlich wurde. Das Ende einer langen Liebesbeziehung und andere widrige Umstände ließen ihn seine Vergangenheit, sein Wesen, seine Beziehungen, ja sein ganzes Selbst reflektieren und schließlich dekonstruieren. Die Songs auf »Seven Broken Seals« sind Zeitzeugen einer kathartischen Entwicklung. So ertastet Bled White in »Red« sein Profil und entdeckt in »Run Down« die Kraft der Akzeptanz. Das Ziel: Loslassen als Schlüssel zur Freiheit.

Live zeigt Bled White als erfahrener Musiker zusammen mit seiner Band, welche Qualität und wie viel Energie in seinen Songs stecken. Nicht umsonst holte ihn einst die Indie-Legende Daniel Johnston für seine Deutschland Tour als Pianist und Gitarrist in seine Liveband. So nimmt einen der facettenreiche Songwriter mit auf eine Reise durch das gesamte Gefühlsspektrum. Mit einer Träne im Auge fordert er sein Publikum mit „Bonjour Tristesse“ zum Tanz auf dem seidenen Faden auf. In Songs wie „Little Details“ oder „Nothing Lasts“ lässt er die melancholischen Gedanken laut werden und mit „Don’t Forget Me“ oder „Full Moon“ schlägt Bled White sehnsüchtigere Töne an.

Die kommende Tour ist die Chance darauf, einen spannenden, deutschen Künstler zu entdecken, der sich mit seiner Musik nicht an Konventionen anpasst und seinen internationalen Sound ständig weiterentwickelt.

Gekrönt hat Christian Kuehn seine künstlerische Unabhängigkeit durch die Gründung eines eigenen Labels: Mit Cereal Killer Records hat er nicht nur eine fruchtbare Basis für die eigene musikalische Entfaltung geschaffen, sondern wird zukünftig auch befreundeten Künstler*innen Rückendeckung und Freiraum bieten. Im Studio betreut er schon jetzt andere bei Aufnahme und Komposition. Genau diese offene Grundhaltung ist es, die auch die Liveshows des Berliner Soundästhetikers mit dem doppelbödigen Pseudonym zu einem besonderen Erlebnis macht. Nach diversen internationalen Auftritten und Support-Shows für Of Montreal und Anna Calvi geht Bled White ab 2018 mit »Seven Broken Seals« auf Tour und präsentiert seinen variantenreichen Do-it-yourself-Pop live.Drums&

SPDS: Jeremy Dhôme
Bass & Synth: Jonas Knopf
Gitarre & Synth: Alexander Mauch
Gesang & Gitarre: Christian Kühn